Gestapelte Kissen und Bettwäsche

Zwei Kissen übereinander: Warum das selten eine gute Idee ist

Zwei Kissen übereinander ergeben eine unkontrollierte Gesamthöhe, die meist zu groß ist. Das untere wird zusammengedrückt, also ändert sich die Höhe über die Nacht. Bei einem ergonomischen Kissen wird die Kontur unwirksam, sobald ein weiches Kissen darunter einsinkt. Typische Folge: Das Kinn kippt zur Brust, der Kopf rutscht weg.

Maximilian Schulze
Maximilian Schulze
Experte für Schlaf & Ergonomie
2. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Wenn ein Kissen zu flach ist, legt man ein zweites darunter. Das ist naheliegend, kostet nichts und wirkt sofort – deshalb macht es fast jeder einmal. In den meisten Fällen tauscht man damit allerdings ein Problem gegen ein anderes.

Hier steht, was dabei tatsächlich passiert, wann es trotzdem die richtige Lösung ist – und was die besseren Alternativen sind.

Das Wichtigste in Kürze
  • Zwei Kissen übereinander erzeugen eine unkontrollierte Gesamthöhe – meist zu viel.
  • Das untere Kissen wird zusammengedrückt, die Höhe ändert sich über die Nacht.
  • Bei ergonomischen Kissen wird die Kontur unwirksam, wenn ein weiches Kissen darunter einsinkt.
  • Typische Folge: Kinn Richtung Brust, Druck am Hinterkopf, Kopf rutscht weg.
  • Sinnvoll ist es bei erhöhtem Oberkörper aus medizinischem Anlass – dann aber als Keil, nicht als Stapel.
Inhalt
  1. Was dabei passiert
  2. Typische Folgen
  3. Die besseren Alternativen
  4. Wann zwei Kissen sinnvoll sind
  5. Häufige Fragen

Was dabei passiert

Drei Effekte, die sich überlagern.

Erstens: Die Höhe ist nicht die Summe. Zwei Kissen mit je 8 cm ergeben nicht 16 cm. Das untere wird vom Gewicht des oberen und des Kopfes zusammengedrückt – wie weit, hängt von der Füllung ab. Man landet irgendwo zwischen 10 und 14 cm, ohne zu wissen wo. Genau diese Unkontrollierbarkeit ist das Hauptproblem: Du kannst nicht nachstellen, weil du nicht weißt, wo du bist.

Zweitens: Die Höhe ändert sich über die Nacht. Ein klassisches Kissen als Unterlage verteilt seine Füllung. Beim Hinlegen passt es, um drei Uhr ist das untere Kissen flach gedrückt und du liegst niedriger als geplant.

Drittens – und das betrifft ergonomische Kissen besonders: Die Kontur wird wirkungslos. Eine Nackenwelle funktioniert nur, wenn sie auf einer stabilen Unterlage sitzt. Steht sie auf einem weichen Kissen, sinkt sie an der Stelle ein, an der der Druck am größten ist – also unter dem Kopf. Die Mulde wird tiefer, die Welle kippt. Man hat die Form bezahlt und liegt wie auf einem normalen Kissen.

Typische Folgen

Kinn Richtung BrustAm häufigsten
Vor allem in Rückenlage. Der Kopf wird nach vorne gebeugt, der Nacken bleibt die ganze Nacht in Beugung. Morgens zeigt sich das als Druckgefühl im Nacken oder am Hinterkopf.
Kopf rutscht wegNebeneffekt
Zu hoch plus eine zusätzliche glatte Materialschicht gleich zwei Gründe, aus denen das Kissen oder der Kopf nachts wandert. Siehe Kopf rutscht vom Kissen.
Schulter wird mitgehobenIn Seitenlage
Ein großes unteres Kissen reicht meist bis unter die Schulter. Dann wird die Schulter angehoben, und der Abstand zum Kopf bleibt derselbe – man liegt nur insgesamt höher. Der gewünschte Effekt bleibt aus.
Ergonomisches Kissen im Seitenprofil mit stabiler Kontur
Eine Kontur wirkt nur auf stabiler Unterlage. Auf einem weichen Kissen kippt sie weg.
Mein Tipp
Wenn du gerade zwei Kissen stapelst und nichts anderes zur Hand hast, nimm wenigstens das festere nach oben und das kleinere nach unten – und achte darauf, dass das untere nicht bis unter die Schulter reicht. Besser noch: Statt eines zweiten Kissens ein gefaltetes Handtuch unter das vorhandene. Ein Handtuch gibt kaum nach, lässt sich in definierten Stufen falten und du kannst die Höhe reproduzieren – damit weißt du hinterher, wie viele Zentimeter dir gefehlt haben.

Die besseren Alternativen

  1. Ein verstellbares Kissen. Die saubere Lösung: Einlagen unter dem Kern erhöhen gleichmäßig und in definierten Stufen, ohne die Kontur zu verändern. Siehe Höhenverstellbares Kopfkissen.
  2. Gefaltete Handtücher als Messinstrument. Ein Frotteehandtuch, zweimal gefaltet, ergibt rund 2 cm, viermal rund 4 cm. Damit findest du heraus, wie viel Höhe dir fehlt – und kannst dann gezielt das passende Kissen wählen.
  3. Eine feste Schaumplatte. Wenn du es dauerhaft so lösen willst: eine flache, feste Schaumplatte unter dem Kissen wirkt wie eine Einlage und sinkt nicht ein.
  4. Das richtige Kissen von Anfang an. Wenn du dauerhaft stapeln musst, ist dein Kissen schlicht zu flach für dich – oder der Schaum hat Stützkraft verloren. Siehe Wie oft Kopfkissen wechseln.
fitkissen 4D Kopfkissen mit zwei Höheneinlagen
Einlagen statt Stapel
Genau dafür gibt es Einlagen: Beim 4D Kopfkissen liegen sie unter dem Kern, heben gleichmäßig um 2 cm pro Stufe an und lassen die Nackenwelle intakt.
Zum 4D Kopfkissen

Wann zwei Kissen sinnvoll sind

Es gibt Situationen, in denen mehr Gesamthöhe gewollt ist – dann geht es aber nicht um die Kissenhöhe, sondern um die Oberkörperlage:

  • Bei Erkältung mit verstopfter Nase oder Husten. Ein erhöhter Oberkörper wird oft als Erleichterung beschrieben. Richtig ist dabei aber ein Keil statt eines Stapels: Die Erhöhung soll vom Becken aus ansteigen, nicht erst am Kopf beginnen. Siehe Erhöht schlafen bei Erkältung.
  • Bei Reflux, wenn ärztlich empfohlen. Auch hier als gleichmäßige Schräglage – am besten über ein verstellbares Kopfteil oder einen Keil.
  • Nebeneinander, nicht übereinander: Ein ergonomisches Kissen zum Schlafen und ein klassisches zum Lesen oder im Rücken in Seitenlage. Das ist unproblematisch und sinnvoll.

Was in all diesen Fällen gilt: Je weiter der Anstieg unten beginnt, desto geringer ist die Belastung für den Nacken.

Häufige Fragen

Ist es schlecht, mit zwei Kissen zu schlafen?

Zwei übereinander gestapelte Kissen erzeugen eine Gesamthöhe, die du nicht kontrollieren kannst und die sich über die Nacht verändert – häufig mit Kinn-zur-Brust-Stellung als Folge. Nebeneinander, etwa ein Kissen zum Schlafen und ein zweites vor dem Körper, ist dagegen unproblematisch.

Darf ich ein Kissen unter mein ergonomisches Kissen legen?

Besser nicht. Ein weiches Kissen als Unterlage sinkt genau dort ein, wo der Kopf drückt, und macht die Kontur wirkungslos. Wenn du Höhe brauchst, nimm eine feste Platte, Einlagen oder ein gefaltetes Handtuch.

Wie viel Höhe bringt ein zweites Kissen?

Weniger als seine Dicke – und nicht konstant. Es wird vom Gewicht zusammengedrückt, und wie weit, hängt von Füllung und Alter ab. Deshalb lässt sich die Einstellung auch nicht reproduzieren.

Ist erhöhtes Schlafen generell ungesund?

Nicht generell – bei Erkältung oder bei ärztlich empfohlener Oberkörperhochlage ist es sinnvoll. Entscheidend ist, dass die Erhöhung als gleichmäßige Schräge über den Oberkörper verläuft und nicht als Knick am Hals.

Weiterlesen: Höhenverstellbares Kopfkissen · Welche Kissenhöhe passt zu mir? · Orthopädisches Kopfkissen: der große Ratgeber

Maximilian Schulze
Über den Autor
Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Schlaf-Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.

Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei ärztlich empfohlener Oberkörperhochlage halte dich an die Vorgabe deiner Praxis. fitkissen® ist selbst Anbieter ergonomischer Kopfkissen.

Terug naar blog
Kostenlos · 10 Fragen · 90 Sekunden

Passende Produkte aus dem Artikel

Gratis Versand · 30 Nächte Probeschlafen