Die Lendenstütze gehört auf Gürtelhöhe, in die natürliche Einziehung des unteren Rückens – nicht zwischen die Schulterblätter. Zu hoch angebracht schiebt sie den Oberkörper nach vorn und verschlechtert die Haltung. Sie wirkt gegen ein nach hinten kippendes Becken, ein Sitzkissen gegen Druck: zwei verschiedene Probleme. Ein gerolltes Handtuch funktioniert als Test genauso.

Eine Lendenstütze ist das am häufigsten falsch angebrachte Ergonomie-Zubehör überhaupt. Sie landet meist zu hoch – und wirkt dann gegen das, wofür sie gedacht ist.
Dieser Artikel klärt die richtige Höhe, die Abgrenzung zum Sitzkissen und die Frage, wann du überhaupt eine brauchst. Offenlegung: Wir verkaufen selbst ein Rückenkissen.
- Die Stütze gehört auf Gürtelhöhe, in die natürliche Einziehung des unteren Rückens – nicht zwischen die Schulterblätter.
- Sie wirkt gegen ein nach hinten kippendes Becken. Ein Sitzkissen wirkt gegen Druck. Zwei verschiedene Probleme.
- Zu hoch angebracht schiebt sie den Oberkörper nach vorn und verschlechtert die Haltung.
- Ein gerolltes Handtuch funktioniert als Test genauso gut wie ein gekauftes Kissen – probier es erst aus.
- Sie ist kein Medizinprodukt und ersetzt kein Training der Rückenmuskulatur.
Auf welcher Höhe gehört die Lendenstütze hin?
Die Lendenstütze gehört etwa auf Gürtelhöhe, in die natürliche Einziehung des unteren Rückens zwischen Beckenkamm und unterem Rippenbogen. Das ist tiefer, als die meisten Menschen vermuten – häufig liegt sie zehn bis fifteen Zentimeter zu hoch.
So findest du die Stelle: Setz dich aufrecht hin und fahre mit der Hand hinten am Rücken entlang nach unten. Dort, wo die Wirbelsäule nach innen schwingt und die Hand in eine Mulde fällt, gehört die dickste Stelle der Stütze hin. Bei den meisten Erwachsenen ist das ungefähr auf Höhe des Hosenbunds.
Sitzt sie dagegen auf Höhe der Brustwirbelsäule, drückt sie dort gegen die natürliche Rückwölbung und schiebt den Oberkörper nach vorn. Das Ergebnis ist ein vorgeschobener Kopf – also genau die Haltung, die Nackenbeschwerden begünstigt.
Sitzkissen oder Rückenkissen – was brauche ich?
Die Entscheidung hängt davon ab, wo du etwas spürst. Zwei klare Fälle:
Der Handtuch-Test vor dem Kauf
Bevor du etwas kaufst, teste mit einem zusammengerollten Handtuch, ob eine Lendenstütze bei dir überhaupt etwas ändert. Das kostet nichts und beantwortet die Frage in zwei Tagen zuverlässiger als jede Produktbeschreibung.
So gehst du vor: Handtuch längs zu einer Rolle von etwa zehn Zentimetern Durchmesser rollen, mit einem Gummiband fixieren und auf Gürtelhöhe zwischen Rücken und Lehne klemmen. Zwei vollständige Arbeitstage so arbeiten, nicht nur eine Stunde.
Die Auswertung ist einfach: Fühlt sich der untere Rücken abends besser an, ist ein Rückenkissen die richtige Investition – dann bekommst du mit einem geformten Kissen dieselbe Wirkung dauerhaft und ohne Verrutschen. Ändert sich nichts, spar dir das Geld und prüf stattdessen die Stuhleinstellung unter Bürostuhl richtig einstellen.

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Zum Rückenkissen
Die drei häufigsten Fehler
- Zu hoch angebracht. Der mit Abstand häufigste Fehler. Auf Höhe der Brustwirbelsäule schiebt die Stütze den Oberkörper nach vorn und erzeugt genau die vorgeschobene Kopfhaltung, die Nackenbeschwerden begünstigt – siehe Nackenschmerzen im Büro.
- Zu dick gewählt. Eine sehr dicke Stütze erzwingt ein Hohlkreuz. Eine überstreckte Lendenwirbelsäule ist genauso einseitig wie ein Rundrücken, nur in die andere Richtung. Beginne flacher, als du denkst.
- Als Ersatz für die Stuhleinstellung benutzt. Wenn die Sitzhöhe nicht passt oder die Sitzfläche zu tief ist, löst kein Kissen das Problem. Erst der Stuhl, dann Zubehör.
Häufige Fragen
Wo gehört ein Lendenkissen hin?
In die natürliche Einziehung des unteren Rückens, etwa auf Gürtelhöhe zwischen Beckenkamm und unterem Rippenbogen. Taste die Stelle mit der Hand ab – dort, wo die Wirbelsäule nach innen schwingt, gehört die dickste Stelle hin.
Wie dick sollte eine Lendenstütze sein?
Nur so dick, dass die Lücke zwischen unterem Rücken und Lehne gefüllt ist, ohne dich nach vorn zu schieben. Zu dick erzwingt ein Hohlkreuz. Als Ausgangspunkt eignet sich ein Handtuch von etwa zehn Zentimetern Rolldurchmesser.
Hilft ein Rückenkissen bei Rückenschmerzen?
Es kann die Beckenstellung beim Sitzen stabilisieren und damit eine einseitige Belastung der Lendenwirbelsäule verringern. Das kann Beschwerden beim langen Sitzen reduzieren. Es ist kein Medizinprodukt und behandelt keine Rückenerkrankung.
Brauche ich eine Lendenstütze, wenn mein Stuhl eine hat?
In der Regel nicht – prüfe zuerst, ob die Wölbung deines Stuhls auf der richtigen Höhe sitzt und ob sie verstellbar ist. Viele Stühle haben eine verstellbare Lehnenhöhe, die nie benutzt wird.
Kann ich ein Rückenkissen im Auto benutzen?
Ja, und dort ist der Nutzen oft größer als im Büro, weil Autositze meist eine flache Lehne ohne Lendenwölbung haben. Mehr unter Rückenschmerzen beim Autofahren.
Weiterlesen: Richtig sitzen: der große Ratgeber · Welches Sitzkissen hilft wirklich? · Bürostuhl richtig einstellen

Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.
Zuletzt aktualisiert am 3. Oktober 2026. fitkissen® ist selbst Anbieter ergonomischer Kissen und damit nicht neutral. Unsere Produkte sind keine Medizinprodukte. Preisangaben: Stand 3. Oktober 2026 – maßgeblich ist die Produktseite.