Kaltschaum ist elastisch, federt sofort zurück und ist temperaturunabhängig. Viskoschaum, also Memory Foam, reagiert auf Wärme, passt sich an, kommt verzögert zurück und speichert Wärme. Gelschaum liegt dazwischen: anpassungsfähig wie Visko, aber elastischer und luftiger. Der Handtest: Delle eindrücken und zählen, wie lange sie bleibt.

Bei Kissen tauchen drei Schaumbegriffe auf, die gern durcheinandergehen: Kaltschaum, Viskoschaum und Gelschaum. Alle drei sind Polyurethanschaum – sie unterscheiden sich aber deutlich darin, wie sie sich beim Liegen verhalten.
Hier steht, was jeweils dahintersteckt, wie du sie mit der Hand unterscheidest, und für wen welcher passt.
- Kaltschaum: elastisch, federt sofort zurück, luftig, temperaturunabhängig.
- Viskoschaum (Memory Foam): reagiert auf Wärme, passt sich an, kommt verzögert zurück, speichert Wärme.
- Gelschaum: ein Mittelweg – anpassungsfähig wie Visko, aber elastischer und meist luftiger.
- Der Handtest: Delle eindrücken und zählen, wie lange sie bleibt.
- „Gelschaum" ist kein geschützter Begriff – die Bandbreite dahinter ist groß.
Die drei Schaumarten
Dafür: offenzellig und damit luftdurchlässig, weitgehend temperaturunabhängig, oft leichter als Viskoschaum.
Dagegen: passt sich weniger präzise an die Kopfform an – man liegt eher „auf" als „in" dem Kissen.
Dafür: präzise Anpassung an die Kopfform, gleichmäßige Druckverteilung, hält eine Kontur stabil.
Dagegen: speichert Wärme, wird bei Kälte fester, reagiert träger beim Positionswechsel. Siehe Was ist Memory Foam?
Dafür: oft luftiger als reiner Viskoschaum, weniger temperaturabhängig, angenehm beim Positionswechsel.
Dagegen: der Begriff ist nicht definiert, die Qualitätsspanne groß – und „Gel" bedeutet nicht automatisch kühl.
Ein Hinweis zu den Namen: „Kaltschaum" bezieht sich auf das Herstellungsverfahren, bei dem der Schaum ohne zusätzliche Wärmezufuhr aushärtet. Das heißt nicht, dass er kühlt. Umgekehrt klingt „Gelschaum" nach kühlendem Gel, bezeichnet aber meist einen Schaum mit veränderter Zellstruktur oder Zusätzen, nicht eine Gelfüllung.
Der Handtest
Du brauchst zehn Sekunden und keinen Beipackzettel:
- Drücke mit dem Daumen kräftig eine Delle in den Kern und lass los.
- Zähle, bis die Delle verschwunden ist.
Sofort weg, unter einer Sekunde → Kaltschaum oder ein sehr elastischer Schaum.
Mehrere Sekunden, langsames Füllen → Viskoschaum.
Ein bis zwei Sekunden, zügig aber nicht sofort → typisch für Gelschaum.
Nach einer Minute noch sichtbar → kein Materialmerkmal, sondern ein Hinweis auf Alterung. Der Schaum hat an dieser Stelle Struktur verloren. Siehe Wie oft Kopfkissen wechseln.
Zweiter Test für die Luftdurchlässigkeit: Hält man den Kern vor den Mund und pustet kräftig, spürt man bei offenzelligem Kaltschaum Luft auf der anderen Seite. Bei dichtem Viskoschaum nicht.
Entscheide nicht nach Schaumart, sondern nach deinen zwei Hauptproblemen. Wenn du nachts am Kopf schwitzt, ist Luftdurchlässigkeit dein Kriterium – dann Kaltschaum oder gut belüfteter Gelschaum. Wenn dein Kopf nachts keine stabile Position findet, ist Anpassung dein Kriterium – dann Viskoschaum. Die Schaumart ist nur das Mittel; das Problem bestimmt die Wahl.
Welcher Schaum für wen
Viskoschaum passt, wenn du eine konstante Stützhöhe brauchst, eine ergonomische Kontur willst, die über die Nacht hält, und am Kopf nicht übermäßig schwitzt. Er ist der Standard bei Nackenstützkissen, weil er die Form am besten hält.
Kaltschaum passt, wenn du nachts warm wirst, in einem kühlen Schlafzimmer schläfst, häufig die Position wechselst oder ein direkt federndes Gefühl bevorzugst. Er ist auch die bessere Wahl, wenn dich die Trägheit von Memory Foam stört. Siehe Memory Foam bei Kälte.
Gelschaum passt, wenn du beides willst und einen Kompromiss akzeptierst – Anpassung plus schnellere Rückstellung. Hier lohnt es besonders, auf konkrete Angaben zu achten, weil der Begriff so unscharf ist.
Und unabhängig von der Art gilt: Das Raumgewicht entscheidet über die Haltbarkeit, nicht die Schaumart. Ein hochwertiger Kaltschaum hält länger als ein billiger Viskoschaum und umgekehrt. Siehe Raumgewicht bei Memory Foam.

Der Kern des 4D Kopfkissens lässt sich über den Reißverschluss herausnehmen – du kannst den Daumentest und den Pustetest also selbst machen. Dazu ein Lüftungskanal gegen Wärmestau.
Zum 4D Kopfkissen
Vorsicht beim Begriff Gelschaum
Das ist der Punkt, bei dem man beim Kauf am leichtesten enttäuscht wird. „Gelschaum" ist kein geschützter oder genormter Begriff. Darunter werden ganz verschiedene Dinge verkauft:
- Viskoschaum mit veränderter Zellstruktur, die ihn elastischer macht.
- Schaum mit eingearbeiteten Gelpartikeln, die die Wärmeleitung verändern sollen.
- Schaum mit einer gelartigen Auflage auf der Oberseite.
- Und schlicht Schaum mit blauen oder grünen Einfärbungen, die wie Gel aussehen sollen.
Nur die erste und zweite Variante verändern das Liegegefühl spürbar. Die vierte ist Optik. Weil man das von außen nicht unterscheiden kann, ist die praktische Konsequenz: Verlass dich nicht auf den Begriff, sondern auf den Handtest und auf konkrete Angaben – Raumgewicht, Belüftung, Rückstellverhalten.
Dasselbe gilt für kühlende Versprechen rund um Gel. Ein Gelanteil kann Wärme etwas besser ableiten, ersetzt aber keine Belüftung. Was wirklich kühlt und was nicht, steht unter Kühlendes Kopfkissen und Belüftung und Hitzestau.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kaltschaum und Memory Foam?
Kaltschaum ist elastisch und federt sofort zurück, Memory Foam reagiert auf Wärme, fließt langsam und kommt verzögert zurück. Kaltschaum ist luftiger und temperaturunabhängiger, Memory Foam passt sich präziser an und hält eine Kontur besser.
Ist Gelschaum besser als Viskoschaum?
Nicht grundsätzlich – er ist ein anderer Kompromiss. Gelschaum kommt schneller zurück und ist oft luftiger, passt sich dafür tendenziell weniger präzise an. Weil der Begriff nicht definiert ist, sagt er allein nichts über Qualität.
Kühlt Gelschaum wirklich?
Ein Gelanteil kann Wärme etwas besser ableiten als geschlossener Viskoschaum, aber „Gel" ist keine Klimaanlage. Wer deutlich kühler liegen will, braucht Luftdurchlässigkeit im Kern und einen kühlen Bezug.
Welcher Schaum ist am haltbarsten?
Das entscheidet nicht die Art, sondern das Raumgewicht. Bei gleichem Raumgewicht halten alle drei ähnlich lange. Ein dichter Kaltschaum hält länger als ein leichter Viskoschaum.
Woran erkenne ich, welcher Schaum in meinem Kissen ist?
Am Rückstellverhalten: sofort zurück ist Kaltschaum, mehrere Sekunden verzögert ist Viskoschaum, dazwischen ist typischerweise Gelschaum. Steht in der Produktbeschreibung nichts Konkretes, ist der Handtest die verlässlichere Information.
Weiterlesen: Memory Foam, Latex oder Daunen · Raumgewicht bei Memory Foam · Orthopädisches Kopfkissen: der große Ratgeber

Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Schlaf-Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.
Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026. Die Begriffe Kaltschaum, Viskoschaum und Gelschaum sind nicht genormt; die beschriebenen Eigenschaften sind typische Merkmale, keine garantierten Werte. fitkissen® verwendet selbst Viskoschaum und ist damit nicht neutral.