Getrockneter Lavendel – Linalool ist sein natürlicher Hauptduftstoff

Linalool im Lavendelöl: Warum es auf dem Etikett steht

Linalool steht auf dem Etikett, weil die Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben ist – es ist ein Transparenzhinweis, kein Gefahrenhinweis. Linalool ist ein natürlicher Bestandteil von Lavendelöl, kein Zusatz, und kommt auch in Koriander, Basilikum und Bergamotte vor. Fehlt der Hinweis auf einem Lavendelprodukt, steckt oft kaum echtes Lavendelöl darin.

Maximilian Schulze
Maximilian Schulze
Experte für Schlaf & Ergonomie
1. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Linalool ist kein Zusatzstoff, sondern ein natürlicher Hauptbestandteil des ätherischen Lavendelöls – im Grunde das, was du riechst, wenn du eine Lavendelblüte zwischen den Fingern zerreibst. Auf dem Etikett steht er, weil er zu den kennzeichnungspflichtigen Duftstoffen gehört: Bei entsprechend veranlagten Menschen kann er Hautreaktionen auslösen, und deshalb muss er ab einer bestimmten Konzentration einzeln genannt werden.

Das führt zu einem Missverständnis, das mir oft begegnet: Leute halten den Hinweis für ein Warnsignal, dass „Chemie" im Produkt ist. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall.

Das Wichtigste in Kürze
  • Linalool ist ein natürlicher Bestandteil von Lavendelöl, kein Zusatz.
  • Es kommt auch in Koriander, Basilikum, Bergamotte und Rosenholz vor.
  • Die Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben – sie ist ein Transparenz-, kein Gefahrenhinweis.
  • Fehlt der Hinweis auf einem Lavendelprodukt, steckt oft wenig oder gar kein echtes Lavendelöl drin.
  • Limonen ist das Gegenstück bei Zitrusölen, Geraniol und Citral bei anderen Pflanzen.
  • Relevant wird es bei bekannter Duftstoffallergie oder Kontaktekzem – dann besser in den Raum als aufs Kissen sprühen.
  • Oxidiertes, altes Öl reizt stärker als frisches. Deshalb Braunglas und kühle Lagerung.
Inhalt
  1. Was Linalool eigentlich ist
  2. Warum es deklariert werden muss
  3. Warum der Hinweis ein gutes Zeichen ist
  4. Limonen, Geraniol, Citral
  5. Wann du vorsichtig sein solltest
  6. Warum die Lagerung zählt
  7. Häufige Fragen

Was Linalool eigentlich ist

Linalool gehört zu den Terpenalkoholen – einer Gruppe von Verbindungen, die Pflanzen selbst herstellen, unter anderem um Bestäuber anzulocken und Schädlinge fernzuhalten.

Es ist in der Natur weit verbreitet: in Lavendel, Koriander, Basilikum, Bergamotte, Rosenholz, Minze und in über zweihundert weiteren Pflanzen. Wer je frischen Koriander gerochen hat, kennt die blumig-zitrische Note, die zu einem großen Teil von Linalool kommt.

In ätherischem Lavendelöl macht Linalool – zusammen mit Linalylacetat, seinem chemisch engen Verwandten – den größten Teil der Zusammensetzung aus. Das ist auch der Grund, warum diese beiden Stoffe in der Forschung zu Lavendel und Entspannung im Mittelpunkt stehen. Zur Studienlage dazu steht alles unter Lavendel zum Schlafen.

Warum es deklariert werden muss

In der EU gibt es eine Liste von Duftstoffen, die ab einer bestimmten Konzentration einzeln auf der Verpackung genannt werden müssen. Linalool steht darauf, ebenso Limonen, Geraniol, Citral, Eugenol und etwa zwei Dutzend weitere.

Der Grund ist nicht, dass diese Stoffe gefährlich wären. Der Grund ist, dass sie zu den häufigeren Auslösern von Kontaktallergien gehören. Menschen, die darauf reagieren, sollen das Produkt im Regal erkennen können, ohne beim Hersteller nachfragen zu müssen. Es ist also eine Informationspflicht, kein Warnhinweis im Sinne von „Vorsicht, schädlich".

Wichtig dabei: Die Pflicht hängt an der Konzentration, nicht an der Herkunft. Ob das Linalool aus einer Bio-Lavendelpflanze stammt oder synthetisch hergestellt wurde, spielt für die Kennzeichnung keine Rolle – chemisch ist es derselbe Stoff.

Warum der Hinweis ein gutes Zeichen ist

Jetzt die eigentlich nützliche Erkenntnis für den Einkauf:

Wenn auf einem Lavendelprodukt kein Hinweis auf Linalool steht, gibt es dafür im Wesentlichen zwei Erklärungen – und keine davon spricht für das Produkt. Entweder ist so wenig ätherisches Lavendelöl enthalten, dass die Kennzeichnungsschwelle nicht erreicht wird. Oder es ist gar kein echtes Lavendelöl drin, sondern ein synthetischer Lavendelduft, der aus anderen Komponenten zusammengesetzt wurde.

Deshalb drehe ich die übliche Leseweise um: Die Zeile „Enthält Linalool" auf einem Lavendelspray ist ein Hinweis darauf, dass tatsächlich nennenswert Lavendelöl drin ist. Dasselbe gilt für Limonen auf einem Orangenprodukt.

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Limonen, Geraniol, Citral

LimonenZitrus
Steckt in der Schale von Orange, Zitrone, Mandarine und Grapefruit – und auch in Nadelhölzern wie der Zirbelkiefer. Wer ein Orangen- oder Zirbenprodukt kauft, findet den Hinweis praktisch immer.
GeraniolRose, Geranie
Typisch für Rosenöl, Palmarosa und Geranie. Auch in kleineren Mengen in Lavendel enthalten.
CitralZitronengras, Melisse
Gibt Zitronengras und Melisse ihre Note. Gehört zu den stärker sensibilisierenden Duftstoffen der Liste.

Wann du vorsichtig sein solltest

Für die meisten Menschen sind diese Stoffe in den Konzentrationen eines Kissensprays unproblematisch. Es gibt aber Gruppen, für die der Hinweis relevant ist:

  • Bekannte Duftstoffallergie oder ein positiver Epikutantest auf Duftstoffmix. Dann steht meistens ohnehin schon fest, welche Stoffe problematisch sind.
  • Neurodermitis oder empfindliche, zu Ekzemen neigende Haut. Hier reagiert die Hautbarriere grundsätzlich empfindlicher.
  • Ausgeprägte Geruchsempfindlichkeit, etwa wenn Gerüche regelmäßig Migräne auslösen.

Der praktische Umgang ist in allen drei Fällen derselbe und einfach: in den Raum sprühen statt direkt aufs Kissen. Dann atmest du den Duft, ohne dass die Haut stundenlang mit dem bessprühten Stoff Kontakt hat. Wer unsicher ist, sprüht zuerst eine Woche lang nur in den Raum und beobachtet.

Und: Bei bekannter Allergie ist das keine Ratgeberfrage. Das gehört mit der behandelnden Hautärztin oder dem Hautarzt besprochen – die kennen deine konkrete Sensibilisierung.

Warum die Lagerung zählt

Ein Punkt, der selten erwähnt wird und praktisch wichtig ist: Oxidierte ätherische Öle reizen stärker als frische. Unter dem Einfluss von Licht, Wärme und Sauerstoff entstehen aus Linalool und Limonen Abbauprodukte, die hautreizender sind als die Ausgangsstoffe.

Daraus folgen drei einfache Regeln:

  • Braunglas statt Klarglas. UV-Licht beschleunigt den Abbau – deshalb ist die dunkle Flasche kein Designentscheid, sondern Funktion.
  • Kühl und dunkel lagern, also nicht auf der Fensterbank und nicht auf der Heizung.
  • Mindesthaltbarkeit beachten. Ein drei Jahre offen stehendes Fläschchen ist nicht nur duftschwach, sondern potenziell reizender als am ersten Tag.
Mein Tipp
Wenn ein Lavendelprodukt auffallend scharf oder stechend riecht statt kräuterig-weich, ist das Öl oft schon oxidiert. Frisches Lavendelöl riecht rund. Das ist der verlässlichste Test, den du ohne Labor machen kannst.

Häufige Fragen

Ist Linalool schädlich?

Für die meisten Menschen in den üblichen Konzentrationen nicht. Es gehört aber zu den Duftstoffen, die bei entsprechender Veranlagung Kontaktallergien auslösen können – deshalb die Kennzeichnungspflicht. Wer darauf reagiert, weiß das in der Regel bereits.

Ist natürliches Linalool besser als synthetisches?

Chemisch ist es derselbe Stoff, und das Allergiepotenzial unterscheidet sich nicht wesentlich. Der Unterschied liegt woanders: Ein natürliches ätherisches Öl bringt hunderte Begleitstoffe mit, ein synthetischer Duft nur die gewählten Komponenten. Das macht den Geruch komplexer, nicht automatisch verträglicher.

Warum steht Linalool auf meinem Bio-Produkt?

Weil es in echtem Lavendelöl natürlicherweise enthalten ist. Bio bezieht sich auf den Anbau der Pflanze, nicht auf ihre chemische Zusammensetzung – eine Bio-Lavendelpflanze produziert genauso Linalool wie jede andere.

Kann ich ein Kissenspray trotz empfindlicher Haut nutzen?

Häufig ja, wenn du in den Raum sprühst statt direkt aufs Kissen. Bei bekannter Duftstoffallergie oder Neurodermitis besprich es mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.

Wie lange ist ein Kissenspray haltbar?

Die Mindesthaltbarkeit steht auf dem Etikett, typisch sind ein bis zwei Jahre ab Abfüllung. Entscheidend ist aber die Lagerung: kühl, trocken, lichtgeschützt – und in einer Braunglasflasche.

Weiterlesen: Bio-Kissenspray: Woran du Qualität erkennst · Lavendel zum Schlafen · Kissenspray: Der große Ratgeber 2026

Maximilian Schulze
Über den Autor
Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Schlaf-Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.

Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei bekannter Duftstoffallergie wende dich an deine Hautärztin oder deinen Hautarzt. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung auf dem Etikett des jeweiligen Produkts.

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