Die entscheidende Frage ist, ob die untere Hüfte auf der Matratze schmerzt oder die obere. Untere Hüfte bedeutet meist Druck, oft durch eine zu harte Matratze. Obere oder außen seitlich bedeutet häufig Zug durch Beckenverdrehung, weil das obere Bein nach vorn fällt. Nur den zweiten Fall adressiert ein Kniekissen.

Hüftschmerzen, die nachts auftreten oder einen aufwachen lassen, haben eine wichtige Besonderheit: Es gibt zwei vollkommen verschiedene Ursachengruppen, die sich einfach unterscheiden lassen – und nur eine davon hat mit der Liegeposition zu tun.
Dieser Artikel zeigt die Unterscheidung und was in jedem der beiden Fälle sinnvoll ist. Offenlegung: Wir verkaufen Kissen, die bei einem der beiden Fälle helfen können – beim anderen ausdrücklich nicht.
- Entscheidende Frage: Schmerzt die untere Hüfte (die auf der Matratze) oder die obere?
- Untere Hüfte → meist Druck. Ursache ist oft eine zu harte Matratze oder Auflage.
- Obere Hüfte oder außen seitlich → häufig Zug durch Beckenverdrehung, weil das obere Bein nach vorn fällt.
- Ein Kissen zwischen den Knien adressiert nur den zweiten Fall. Gegen Druck hilft eine weichere Auflage.
- Abklären lassen: Schmerzen, die auch tagsüber beim Gehen auftreten, in die Leiste ziehen oder über Wochen zunehmen.
Untere oder obere Hüfte?
Stell dir beim nächsten Aufwachen genau eine Frage: Tut die Hüfte weh, auf der du liegst, oder die obere? Diese Unterscheidung trennt zwei Ursachengruppen, die unterschiedliche Lösungen brauchen – und sie ist in zwei Sekunden beantwortet.
Schmerzt die untere Hüfte, geht es fast immer um Druck: Der Hüftknochen ist eine knöcherne Vorwölbung mit wenig Gewebe darüber, und wenn er nicht genug einsinken kann, lastet viel Gewicht auf kleiner Fläche.
Schmerzt die obere Hüfte oder zieht es außen seitlich, geht es meist um Zug: Das obere Bein fällt nach vorn, das Becken kippt mit, und die Strukturen an der Außenseite werden über Stunden gedehnt.
Fall 1: Die untere Hüfte drückt
Wenn die aufliegende Hüfte schmerzt, ist die Unterlage meist zu hart für deinen Körperbau – der Hüftknochen kann nicht einsinken, sodass sich der Druck auf einer kleinen Fläche konzentriert.
Was in diesem Fall hilft:
- Weichere Auflage. Ein Topper oder eine Matratzenauflage, die der Schulter und Hüfte erlaubt einzusinken. Das ist die wirksamste Massnahme und leider auch die teuerste.
- Leicht nach hinten gedreht liegen. Nicht ganz auf der Seite, sondern etwa 20 bis 30 Grad zur Rückenlage gekippt, mit einem Kissen im Rücken als Stütze. Das verteilt das Gewicht auf Gesäß und Hüfte statt nur auf den Hüftknochen.
- Seite wechseln. Klingt banal, aber viele Menschen liegen aus Gewohnheit die meiste Zeit auf derselben Seite.
Was in diesem Fall nicht hilft: ein Kissen zwischen den Knien. Es ändert nichts an der Druckverteilung unter der Hüfte. Das sage ich als Anbieter bewusst deutlich, weil es häufig genau dafür empfohlen wird.
Fall 2: Es zieht an der oberen oder äußeren Hüfte
Zieht es an der oberen Hüfte oder außen seitlich am Oberschenkel, liegt es häufig daran, dass das obere Bein nach vorn auf die Matratze fällt und das Becken dabei verdreht – die Strukturen an der Außenseite stehen dann stundenlang unter Zug.
Hier ist ein Kissen zwischen den Knien die passende Antwort, weil es genau diesen Mechanismus unterbindet: Beide Oberschenkel bleiben parallel, das Becken bleibt neutral.
Teste es zuerst mit einem gefalteten Badehandtuch, drei bis vier Nächte lang. Wird es besser, lohnt ein geformtes Kniekissen, das nicht wegrutscht – Vorgehen und richtige Höhe unter Kniekissen richtig benutzen.

Formstabiles Memory-Foam-Kniekissen, 35 × 25 × 13,5 cm, konturiert gegen das Wegrutschen. 39,95 € statt 69,95 €. Gegen Druck an der unteren Hüfte wirkt es nicht – da hilft eine weichere Auflage.
Zum Kniekissen
Alternative Rückenlage
Wenn beide Maßnahmen nicht reichen, ist die Rückenlage die Hüftposition mit der geringsten Belastung – das Gewicht verteilt sich auf eine viel größere Fläche und keine Hüfte trägt punktuell.
Zwei Dinge dafür: Erstens braucht das Kopfkissen in Rückenlage weniger Höhe als in Seitenlage – ein Kissen, das seitlich passt, ist auf dem Rücken meist zu hoch. Zweitens hilft ein flaches Kissen unter den Knien, weil es die Lendenwirbelsäule entlastet.
Die Einschränkung: Man kann sich die Schlafposition nicht frei aussuchen. Was funktioniert, ist das Einschlafen in der Rückenlage zu beginnen – die Nacht über dreht sich jeder. Mehr unter Beste Schlafposition für den Nacken.
Wann abklären lassen?
Lass Hüftschmerzen ärztlich abklären, wenn sie auch tagsüber beim Gehen oder Treppensteigen auftreten, in die Leiste ziehen, die Beweglichkeit einschränken oder über Wochen zunehmen statt zu schwanken.
Ebenfalls abklären: Schmerzen nach einem Sturz, Schmerzen mit Fieber, eine sichtbare Schwellung, oder wenn sich an der Situation über zwei bis drei Wochen gar nichts ändert – auch nicht durch die Maßnahmen oben.
Der einfache Test zur Einordnung: Beschwerden, die mit der Liegeposition zusammenhängen, ändern sich, wenn du die Liegeposition änderst. Wenn weder Seitenwechsel noch Kniekissen noch Rückenlage etwas bewegen, liegt es nicht an der Lagerung. Unsere Produkte sind ergonomische Alltagsartikel, keine Medizinprodukte.
Häufige Fragen
Warum tut meine Hüfte nachts weh?
Wenn die aufliegende Hüfte schmerzt, ist die Unterlage meist zu hart, sodass der Hüftknochen nicht einsinken kann. Wenn die obere Hüfte oder die Außenseite zieht, liegt es häufig an einer Beckenverdrehung durch das nach vorn fallende obere Bein.
Hilft ein Kniekissen bei Hüftschmerzen?
Bei Zug an der oberen oder äußeren Hüfte kann es helfen, weil es die Beckenverdrehung verhindert. Gegen Druckschmerz an der unteren, aufliegenden Hüfte wirkt es nicht – dort hilft eine weichere Auflage.
Welche Matratze ist bei Hüftschmerzen besser, hart oder weich?
Bei Druckschmerz an der aufliegenden Hüfte eher weicher, damit Schulter und Hüfte einsinken können und die Wirbelsäule gerade bleibt. Sehr weich ist allerdings auch ungünstig, weil das Becken dann zu tief einsinkt.
Auf welcher Seite soll ich bei Hüftschmerzen schlafen?
Wenn nur eine Hüfte betroffen ist, auf der anderen Seite – mit einem Kissen zwischen den Knien, damit das schmerzende Bein nicht nach vorn fällt. Alternativ in Rückenlage, die die Hüfte am wenigsten belastet.
Weiterlesen: Als Seitenschläfer richtig liegen · Kniekissen richtig benutzen · ISG-Beschwerden und Schlaf

Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Schlaf-Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.
Zuletzt aktualisiert am 3. Oktober 2026. fitkissen® ist selbst Anbieter ergonomischer Kissen und damit nicht neutral. Unsere Produkte sind keine Medizinprodukte, sondern ergonomische Alltagsprodukte. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.