Richtig ist eine gleichmäßige Schräglage des ganzen Oberkörpers, kein Knick am Hals. Der Anstieg soll auf Höhe des Beckens beginnen, nicht an den Schultern – sonst entsteht genau die Beugung, die Nacken und Atmung behindert. Praktisch geht das über ein verstellbares Kopfteil, ein Keilkissen oder eine Erhöhung unter dem Lattenrost.

Bei einer Erkältung mit verstopfter Nase oder nächtlichem Husten beschreiben viele Menschen einen erhöhten Oberkörper als deutliche Erleichterung. Das ist ein verbreiteter Hausmittel-Ansatz – und er funktioniert nur, wenn man ihn richtig umsetzt.
Der häufigste Fehler: zwei oder drei Kissen unter den Kopf stapeln. Damit erhöht man nicht den Oberkörper, sondern knickt den Hals ab – und wacht mit verstopfter Nase und steifem Nacken auf.
- Richtig ist eine gleichmäßige Schräglage des Oberkörpers, nicht ein Knick am Hals.
- Der Anstieg soll auf Höhe des Beckens beginnen, nicht an den Schultern.
- Praktisch: verstellbares Kopfteil, Keilkissen oder etwas unter den Lattenrost am Kopfende.
- Nicht mehr als nötig – eine leichte Schräge reicht meist.
- Nach der Erkältung zurückstellen, sonst wird eine Notlösung zur Dauergewohnheit.
Warum erhöht oft angenehmer ist
Zwei Mechanismen, die viele Betroffene beschreiben:
Nasenatmung. Im Liegen stauen sich Flüssigkeit und Blut stärker in den Schleimhäuten der Nase – ein Grund, warum eine verstopfte Nase nachts häufig schlimmer wirkt als tagsüber. Eine Schräglage reduziert diesen Effekt.
Husten. Sekret, das im Liegen von den Nebenhöhlen in den Rachen läuft, ist ein häufiger Auslöser für nächtliche Hustenanfälle. Bei erhöhtem Oberkörper passiert das weniger.
Das sind Erfahrungswerte und plausible Erklärungen, keine Therapie. Wenn Husten länger als etwa drei Wochen besteht, Atemnot auftritt, Fieber hoch ist oder nicht sinkt oder du bei einer bestehenden Erkrankung unsicher bist, gehört das in ärztliche Beurteilung – nicht in eine Kissenfrage.
Was der Kissenstapel falsch macht
Wenn du zwei oder drei Kissen unter den Kopf legst, passiert folgendes: Der Kopf wird angehoben, der Brustkorb bleibt flach auf der Matratze. Zwischen Kopf und Brustkorb entsteht ein Knick – genau auf Höhe der Halswirbelsäule. Das Kinn wird Richtung Brust gedrückt.
Zwei Folgen:
Der Nacken leidet. Die ganze Nacht in Beugung, bei einem Kissenstapel, dessen Höhe man nicht kontrollieren kann. Siehe Zwei Kissen übereinander.
Der gewünschte Effekt bleibt teilweise aus. Weil Brustkorb und Kopf nicht gemeinsam angehoben werden, ist die Schräge im Oberkörper gering – man bezahlt mit dem Nacken für relativ wenig Erleichterung.
Deshalb lautet die Regel: Je weiter unten der Anstieg beginnt, desto besser.
Vier Wege, es richtig zu machen
In allen vier Fällen gilt: Das normale Kopfkissen bleibt wie gewohnt. Du änderst die Unterlage, nicht die Kissenhöhe.
Nimm weniger Neigung als du denkst. Eine leichte Schräge von ein paar Grad reicht in den meisten Fällen aus – man rutscht dann nicht im Bett nach unten und die Lendenwirbelsäule bleibt entspannt. Bei einer steilen Neigung sitzt man halb, und der Körper arbeitet die ganze Nacht gegen das Abrutschen. Teste eine Nacht mit einer flachen Einstellung, bevor du mehr nimmst.

Weil du die Unterlage veränderst und nicht die Kopfhöhe: Behalte dein gewohntes Kissen. Falls du beim 4D in der Erkältungswoche trotzdem nachjustieren willst, geht das in zwei Minuten über die Einlagen.
Zum 4D Kopfkissen
Zurückstellen nach der Erkältung
Ein Punkt, der häufig vergessen wird: Eine Schräglage ist eine Maßnahme für einige Nächte, keine Dauereinstellung. Wenn sie bleibt, ändert sich dauerhaft, in welchem Winkel du liegst – und manche Menschen wundern sich Wochen später über Nacken- oder Lendenbeschwerden, ohne den Zusammenhang zu sehen.
Also: Wenn die Erkältung vorbei ist, Kopfteil zurück, Keil raus, Decke weg. Und wenn du merkst, dass du ohne Schräge dauerhaft schlechter atmest oder regelmäßig nachts hüstelst, ist das ein Hinweis, der ärztlich abgeklärt gehört – dauerhafte nächtliche Atembeschwerden sind kein Kissenthema.
Was in der Erkältungswoche zusätzlich hilft: ausreichend feuchte Raumluft statt trockener Heizungsluft. Siehe Heizungsluft im Schlafzimmer.
Häufige Fragen
Wie hoch soll ich bei Erkältung schlafen?
Eine leichte Schräge reicht meist – wichtiger als die Höhe ist, dass der Anstieg tief beginnt und die Wirbelsäule eine durchgehende Linie bildet. Eine steile Neigung führt dazu, dass man nach unten rutscht.
Kann ich einfach zwei Kissen nehmen?
Besser nicht. Dadurch wird nur der Kopf angehoben, der Hals knickt ab und das Kinn wird Richtung Brust gedrückt. Der Effekt auf die Atmung ist gering, die Belastung für den Nacken real. Nutze stattdessen ein verstellbares Kopfteil, einen Keil oder eine Erhöhung unter der Matratze.
Hilft erhöhtes Schlafen gegen Schnarchen?
Manche Menschen beschreiben eine Verbesserung. Belastbar beurteilen lässt sich das nicht pauschal, und bei lautem Schnarchen mit beobachteten Atempausen und starker Tagesmüdigkeit gehört eine schlafmedizinische Abklärung dazu – das ist dann kein Lagerungsthema.
Ist Seitenlage bei Erkältung besser als Rückenlage?
Viele empfinden Seitenlage bei verstopfter Nase als angenehmer, teils einseitig unterschiedlich. Das ist individuell. Eine Schräglage funktioniert in beiden Positionen – in Seitenlage brauchst du dann die gewohnte Kissenhöhe für den Nacken dazu.
Weiterlesen: Zwei Kissen übereinander · Heizungsluft im Schlafzimmer · Orthopädisches Kopfkissen: der große Ratgeber

Maximilian Schulze · Experte für Schlaf & Ergonomie
Maximilian gehört zum fitkissen®-Team und beschäftigt sich täglich mit Schlafkomfort und Ergonomie. Im Schlaf-Ratgeber beantwortet er die Fragen, die uns im Kundenservice jeden Tag erreichen.
Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot, hohem oder anhaltendem Fieber, Husten über mehrere Wochen oder bei bestehenden Erkrankungen wende dich an eine Arztpraxis. fitkissen® ist Anbieter ergonomischer Kopfkissen; unsere Produkte sind keine Medizinprodukte.